Bendedict Wells – Fast genial

Francis Dean hat in seinem Leben früh gelernt, was eine Existenz unterhalb der Armutsgrenze bedeutet. Er lebt mit seiner alleinerziehenden und manisch-depressiven Mutter in einem Trailerpark in New Jersey und kämpft unentwegt für das Überleben der kleinen Familie. Mit einem für ihn unbekannten Vater und ständiger Geldnot scheint sein Weg als Verlierer der Gesellschaft vorgezeichnet.

Doch nach einem gescheiterten Selbstmordversuch seiner Mutter verändert sich Francis‘ Gedankenwelt durch ihren Abschiedsbrief grundlegend. Francis erfährt, dass er ein sogenanntes Retortenbaby ist. Nach dem ersten Schock erkennt der Teenager die Möglichkeiten, wie sich sein Leben nun verändern könnte. Schließlich versucht er auszubrechen und macht sich mit seinem besten Freund Grover und seiner psychisch labilen Freundin Anne-May auf den Weg, um seinen wahren Vater ausfindig zu machen. Auf ihrer Reise durch Amerika lernen die Freunde die tiefsten Geheimnisse und Gefühle der anderen kennen und verlieren nie die Hoffnung, dass jeder Mensch sein Leben selbst bestimmen kann.

Mit seinem dritten Roman Fast genial, der auf einer wahren Begebenheit beruht, schafft Benedict Wells ein literarisches Werk, dass sich weniger mit den sogenannten Retortenbabys und dem wahnwitzigen Plan von der Züchtung genialer Menschen auseinandersetzt, sondern er schafft es vielmehr, die sozialen Abgründe der Gesellschaft aufzuzeigen. Dabei verleiht er den Protagonisten durch handwerkliches Können derart viel Eigenleben, dass der Leser sich umgehend in die Charaktere und deren Persönlichkeiten hineinversetzen vermag, diese ins Herz schließt und sie bei ihrem Erkundungstrip auf der Suche nach dem Glück und einem besseren Leben begleiten möchte.

Der Diogenes Verlag stellt  hier eine Leseprobe zur Verfügung.

Roman, Hardcover Leinen, 336 Seiten.
Erschienen in Sept. 2011
ISBN 978-3-257-06789-7
€ (D) 19.90 / (A) 20.50
sFr 33.90*
* unverb. Preisempfehlung

 

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