Bielefeld & Hartlieb – Bis zur Neige

Mörder machen keinen Sommerurlaub. Diese Erfahrung muss auch die sympathische Chefinspektorin Anna Habel machen. Als diese mit Sohn Florian ihr Ferienhaus in Salchenberg erreicht, wird sie zugleich von der neugierigen Nachbarin begrüßt, die ihr aufgeregt von einem Toten in der kleinen Ortschaft berichtet. Bei diesem handelt es sich um den attraktiven und sportlichen Edelwinzer Freddy Bachmüller, der in der Nacht zuvor einem Herzinfarkt erlegen sein soll. Die Neugier treibt Anna Habel an den Ort des Geschehens, wo sie auf die gefasste Hinterbliebene trifft. Instinktiv wird Anna bewusst, dass sich hinter diesem Todesfall ein Geheimnis verbirgt und plötzlich befindet sie sich wieder auf Spurensuche, die unter anderem nach Wien und Berlin führt.

Nachdem sie den Berliner Kommissar Thomas Bernhardt um Rat und ein wenig Hilfe bei der Recherche in der deutschen Hauptstadt gebeten hat, hat dieser keine andere Wahl, denn auch sein Urlaub wird durch einen Toten unterbrochen. Beide Morde scheinen in direkter Verbindung zu stehen, doch sobald die Kommissare innerhalb der Ermittlungen einen Schritt vorwärts machen, fallen sie unmittelbar zwei Schritte zurück. Außerdem werden beide auch noch mit einem widerwilligen Entführungsopfer konfrontiert. Mit jedem neuen Untersuchungsschritt zweifeln die sie mehr am Zusammenhang der Straftaten, denn in Wien wird schließlich auch eine Eifersuchtstat nicht mehr ausgeschlossen. Nur an einer Tatsache gibt es keinen Zweifel – Thomas Bernhardt kannte den Mann, der in Berlin auf unnatürliche Weise den Tod gefunden hat.

Es gibt Bücher, die bereits nach zwanzig Seiten schier unerträglich werden und es gibt Bücher, bei denen man nach ein paar Seiten bereits weiß, dass man sie nicht zum letzten Mal gelesen hat. Bis zur Neige von Bielefeld & Hartlieb ist definitiv der zweiten Kategorie zuzuordnen. Der Krimi verzichtet auf blutige Szenarien, überzeugt dafür jedoch mit einer bildhaften Darstellung der Charaktere, die der toughen Anna Habel und dem kauzigen Thomas Bernhardt förmlich Leben einhauchen. Witzige und bissige Kommentare sowie das Spiel mit landestypischen Klischees lassen den Krimi zu einem Lesevergnügen werden, dass jedoch aufgrund der Dichte der Geschehnisse nicht langweilig oder oberflächlich wird.

Bis zur Neige ist der zweite Roman, der in Zusammenarbeit von Claus-Ulrich Bielefeld und und Petra Hartlieb entstand. Wie auch im ersten Roman steht erneut die deutsch-österreichische Zusammenarbeit des Berliner Kommissars und der Wiener Charfinspektorin im Vordergrund. Natürlich gibt es in diesem Teil einige Rückgriffe auf den ersten Fall, der in dem Krimi Auf der Strecke behandelt wurde, trotzdem kann Bis zur Neige jedoch auch ohne Kenntnis des Vorgängers gelesen werden. Bleibt zu hoffen, dass dieses sommerliche Buch schnell einen Nachfolger der beiden Autoren bekommt.

Roman, Softcover, 480 Seiten.
Erschienen: August 2012 im Diogenes Verlag.
ISBN: 978-3-257-30008-6
€ (D) 16,90 / (A) 17,40
SFR (CH) 28,90*
* unverb. Preisempfehlung

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