Gavin Extence – Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat

660_2633_144366_xxlFormat | Umfang: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag | 480 Seiten.
Verlag: Limes.

Erschienen: März 2014. 

ISBN: 978-3-8090-2633-4.
€ (D) 19,99 | (A) 20,60
sFr (CH) 28,50*
* unverbindliche Preisempfehlung

Originaltitel: Universe Versus Alex Woods

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Eine Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft und vieles mehr …

Alex Woods ist anders. Im zarten Alter von zehn Jahren trifft ihn ein Meteorit, der krachend durch die Badezimmerdecke seines Elternhauses bricht. Als Erinnerung an diesen außergewöhnlichen Zwischenfall ziert seinen Kopf an dieser Stelle eine vernarbte Glatze. Außerdem leidet Alex seit diesem Moment an epileptischen Anfällen. Keine gute Voraussetzung, um unauffällig durch die Schulzeit zu kommen. Wie sich viele sicherlich noch erinnern, ist das die Zeit, in der man sich wünscht, so wenig wie möglich in der Masse aufzufallen. Doch nicht nur sein Äußeres macht Alex zur Zielscheibe seiner halbstarken Mitschüler. Seine esoterisch angehauchte Mutter und seine ruhige, wissbegierige Art sind bei seinen Klassenkameraden nicht gerade beliebt.

Erst in dem kauzigen Witwer Isaac Peterson findet der junge Alex einen Vertrauten. Die beiden verbindet eine ungewöhnliche Freundschaft. Mister Peterson und Alex führen Gespräche über das Leben und die Philosophie. Die beiden ergänzen sich perfekt, daher hält die Freundschaft viele Jahre. Doch irgendwann müssen die beiden den Tatsachen ins Auge sehen und sich damit abfinden, dass sie bald nicht nur viele Jahrzehnte, sondern auch das Schicksal die beiden trennen wird.

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„Es ist immer leichter, sich dem anzupassen, was andere denken. Aber Prinzipien zu haben bedeutet, das zu tun, was richtig ist, nicht das, was leicht ist. Es bedeutet eine gewisse Integrität zu haben, und das ist etwas, das man nur selbst kontrollieren kann. Niemand sonst kann sich daran vergreifen.“ (S. 213)

Ein Roman, der mich selten packen konnte.

Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat ist in meinen Augen zwischenzeitlich ebenso langatmig wie sein ungewöhnlicher Titel. Trotz vieler emotionaler Momente, die mich sicherlich auch berührten, konnte mich die Handlung nicht wirklich packen. Vielleicht liegt das auch daran, dass mir Alex zwischenzeitlich sogar schon fast auf die Nerven ging. Zwar ist er aufgrund seiner Lebensgeschichte außergewöhnlich, doch oft wurde ich das Gefühl nicht los, dass er sich selbst gerne zum Außenseiter stigmatisierte und seine Opferrolle fast schon auslebte. Andererseits tat mir Alex jedoch auch häufig leid, denn seine Mutter lebt scheinbar in ihrer eigenen Welt. Es dauerte tatsächlich über 400 Seiten, bis sie mir zum ersten Mal sympathisch war. Ganz anders verhält es sich mit Mister Peterson. Dem alten Kauz gehörte mein Herz sofort.

Die Geschichte wird rückblickend von dem 17-jährigen Alex erzählt, der sich gerade in polizeilichem Gewahrsam befindet. Auf Dauer erscheint seine Erzählweise jedoch nicht authentisch, denn Alex klingt die meiste Zeit innerhalb seiner Erzählung wie sein 12-jähriges Ich, das sich häufig in unwichtigen Details verliert. Gut dosiert wirkt das Ganze sicherlich auch charmant, allerdings war es mir in diesem Roman einfach zu viel des Guten. Während die Leseprobe mich noch vollends begeisterte und ich dem Roman entgegenfieberte, war der Roman selbst zu viel für mich. Vielleicht bin ich wie das Universum und habe einfach keinen Plan, doch dieser Roman war für mich kein „Märchen für Realisten“, sondern eher eine seeeeeeeeeehr langatmige Geschichte, die man in meinen Augen locker um 200 Seiten kürzen könnte. Obwohl die die Themen Andersartigkeit und Sterbehilfe eine durchaus interessante Grundlage für einen Roman sind, konnte mich die Umsetzung einfach nicht vom Hocker reissen.

 

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  • das ist jetzt schon die 2. unbegeisterte Rezi 🙂 danke für die Ehrlichkeit.
    Ich werds trotzdem irgendwann lesen 🙂
    Liebe Grüße
    Claudia

    • Vielleicht hab ich es auch zur falschen Zeit gelesen, ich weiß es nicht. 🙂 Mir tut es auch ein wenig leid, weil ich die Leseprobe wirklich mochte, aber manchmal ändert sich die Meinung halt doch noch beim Lesen. 🙂

      Liebe Grüße
      Katha 🙂

      • Die erste unbegeisterte Rezi, die Claudia gelesen hat, war die von mir 😉 Langatmig war – glaube ich – auch ein Begriff, den ich in meiner Rezi verwendet habe. Ich hatte mir auch Gedanken darüber gemacht, ob ich es möglicherweise zu einer Unzeit gelesen habe, aber ich habe für das Buch mehrere Wochen gebraucht, da ich es immer wieder zur Seite gelegt habe.

    • Es wäre schlimm und unglaubwürdig, wenn alle dieses Buch lieben würden. 😉 An meiner nächsten 5-Sterne-Rezension arbeite ich schon. *flüster* 🙂

      Drück dich!
      Katha 🙂