Libba Bray – The Diviners: Aller Anfang ist böse

Libba Brays neues Jugendbuch The Diviners: Aller Anfang ist böse zog pünktlich zu Halloween bei mir ein. Als ich die Altersempfehlung (ab 14 Jahre) las, rechnete ich mich ein paar „ganz netten“ Stunden. Was mich dann jedoch erwartete, hat mich dann allerdings doch überrascht…The Diviners Cover

Eine 17-Jährige, die New York im Sturm erobert und nebenbei noch einen übermächtigen Feind bekämpft

Die 17-jährige Eve lebt im Amerika der Zwanziger. Sie ist ein selbstbewusster Flapper und die Einöde ihrer spießigen Heimatstadt in Ohio leid. Als ihre Eltern sie nach einem – von ihr selbst verschuldeten Skandal – zu ihrem seltsamen Onkel Will nach New York schicken, kann sie ihr Glück kaum fassen. Dort angekommen zieht die weltoffene Metropole Eve mit ihren Bewohnern und unzähligen Partys sofort in ihren Bann. Und auch der Beruf ihres Onkels übt eine ungeahnte Faszination auf sie aus. Er ist Direktor des Museums für Amerikanisches Volkstum, Aberglauben und Okkultes. In Ohio wäre etwas sowas nicht denkbar gewesen, doch New York lebt in dieser Zeit von seinen Freigeistern.

Trotzdem eröffnet Eve nicht einmal ihm, dass sie eine ganz besondere Gabe besitzt, die sie auch in Onkel Wills Bibliothek beschrieben findet: Sie ist ein Diviner. Sobald sie einen fremden Gegenstand in den Händen hält, kann sie daraus die Geschichte des Besitzers oder der Besitzerin lesen. Sonst hat sie ihr außergewöhnliches Talent oft ins Lächerliche gezogen und es als lustige Unterhaltung auf Partys abgetan. Damit war ihr bisher die Aufmerksamkeit des Publikums gewiss, doch die Gäste waren meist trotz Prohibition zu betrunken, um Eves kleinen „Trick“ als ernsthafte Bedrohung zu empfinden. Doch als Will als Berater zur Aufklärung von einem brutalen Ritualmord gerufen wird, ist Eve sich sicher, dass sie dem Mörder auf die Schliche kommen kann. Ehe sie sich versieht, steckt sie gemeinsam mit ihrem Onkel und ihren Freunden in brisanten Mordermittlungen und ahnt überhaupt nicht, dass sie gerade dabei ist, zur Zielscheibe eines übermächtigen Feindes zu werden …

 

Ein matter Schimmer steigt empor aus dieser dunklen, faulig riechenden, irdenen Gruft. Ja, etwas rührt sich wieder in den dunklen Schatten. Ein Vorbote von etwas Künftigem, das noch viel böser sein wird als je zuvor. Denn Naughty John ist heimgekehrt. Und auf ihn wartet Arbeit. – Seite 17 –

The Diviners – Ein atmosphärischer Roman zum Gruseln

Der Roman The Diviners: Aller Anfang ist böse versetzt seine Leser ins schillernde und atmosphärische New York der Zwanziger. Eine Zeit, die in Amerika unter anderem durch die Prohibition und die Emanzipation vieler Frauen, den sogenannten Flappern, geprägt war. Auch Eve gehört zu den eigensinnigen Frauen, die das Leben exzessiv in sich aufnehmen und nichts von Regeln halten. Hin und wieder wirkt sie leicht egozentrisch und verzogen, doch das Herz sitzt immer am rechten Fleck. Ihre emotionale Seite zeigt sie zum Beispiel während der Ermittlungen rund um die brutalen Ritualmorde, deren Ergebnis Libba Bray übrigens überaus detailliert schildert. Eves anfängliche Abenteuerlust schnell schnell bitterer Ernst für das Mädchen und ihre Unterstützer. Die Mischung aus Eves Courage, ihrer spitzen Zunge und ihrem messerscharfen Verstand unterhält beim Lesen genauso wie die zahlreichen Lebens- und Leidensgeschichten der anderen Charaktere, die Libba Bray regelmäßig in den Fokus der Aufmerksamkeit rückt.

Zunächst startet The Diviners als lockere Zusammenstellung verschiedener Begebenheiten, die sich nicht miteinander in Verbindung bringen lassen. Doch im weiteren Verlauf wachsen die verschiedenen Handlungsstränge immer stärker zusammen und ergeben ein schlüssiges und dicht atmosphärisches Gesamtbild, das durchaus an einigen Stellen das Fürchten lehrt – auch dank der zahlreichen paranormalen Elemente. Der Höhepunkt ist das Auftreten des diabolischen Gegenspielers Naughty John. Damit die Helden eines Romans auch wirklich wie ebensolche wirken, brauchen sie grundsätzlich einen ebenbürtigen Gegner – und das ist der Furcht einflößende und brutale Mörder allemal.

Fazit

Libba Brays The Diviners: Aller Anfang ist böse ist der gelungene Auftakt einer Reihe mit zahlreichen paranormalen Elementen. Der Umfang von 700 Seiten ist im ersten Moment möglicherweise abschreckend, macht sich jedoch beim Lesen selbst nicht bemerkbar, denn Libba Bray sorgt durch den raschen Wechsel der verschiedenen Erzählstränge, spannende Helden und einen gruseligen Bösewicht für viel Abwechslung. Absolute Leseempfehlung!

Format | Umfang: Hardcover| 704 Seiten
Verlag: dtv

Erscheinungstermin: Oktober 2014
ISBN: 978-3-423-76096-6

Preis: € (D) 19,95 | (A) 20,60
sFr (CH) 27,90*
* unverbindliche Preisempfehlung

 

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