Zwölf Monate in Musik

Mein letztes Jahr in Songs. Ich hätte niemals gedacht, wie persönlich, emotional und aufwühlend ein Jahresrückblick mit Musik sein kann. Ich hab beim Schreiben gelacht, geweint, die Momente nochmal genossen. Das Leben meinte es verdammt gut im letzten Jahr, in jedem einzelnen Moment. Also lassen wir jetzt einfach die Diskussionen über Musikgeschmäcker und Trends beiseite und ich nehme euch mit durch 2015.

Reset

Genau vor einem Jahr und einem Tag war ich Joggen. Mit Olson im Ohr, „Der beste Moment“. Mitten in meinem Neuanfang, bei dem kein Stein mehr auf dem anderen blieb. Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne? Ich erinnere mich eher an ein Gefühlschaos aus Angst, Panik, aber auch Vorfreude und der riesigen Lust, das Leben noch einmal vollkommen neu zu entdecken. Ich bin verdammt dankbar für das letzte Jahr, vielleicht war es sogar das schönste meines Lebens; nicht immer einfach, aber immer voll Liebe. Wenn ich heute an den Moment denke, in dem ich mit der Musik im Ohr, dem Jahreswechsel und der Feuchtigkeit in den Knochen immer weiter gelaufen bin, bin ich so unglaublich stolz, dass ich nicht aufgegeben habe – bis zum Gefühl „Jetzt passt es“.  Was für ein pathetischer Einstieg in das neue Jahr und das neue Leben. Geht’s denn noch großartiger, bitte? Übrigens kann ich immer noch das gesamte Album auswendig. Diese Textsicherheit wende ich mit so viel Selbstverständlichkeit an, dass es Nebensache ist, dass ich wirklich mal so gar nicht singen kann. Also ganz gar nicht. Aber wen interessiert das schon?

Your shit don’t weigh me down no more

Eine meiner größten Lektionen im letzten Jahr war, dass viele Leute ohnehin reden, wenn sie das wollen. Dann ist es halt so. Ich kann damit mittlerweile ziemlich gut leben und hab keine Zeit, mir darüber Gedanken zu machen. Zu anstrengend, zu kräfteraubend. Außerdem beginnen die größten Ideen im Leben nicht mit der Frage: „Was halten die anderen wohl davon?“  End of story. #sorrynotsorry

Was reißen

Ich hasse Durchhänger. Wirklich. Mit kleinen Pausen kann ich umgehen, aber nicht damit ausgebremst zu werden. Manchmal versucht meine Laune, das kleine Luder, das aber. Mit diesem Track hab ich im letzten Jahr aber immer wieder den Hintern hochbekommen. Party, anyone? Ich werd mal kurz durch die Wohnung tanzen und über die Weltherrschaft nachdenken. Bis gleich.

Oh Love

Ich glaube, es gibt für mich keinen intelligenteren Track zum Thema Liebe. Anhören und verstehen. Mehr gibt es nicht zu sagen.

Freunde

Ohne diese grandiosen Menschen würde ich heute nicht hier sitzen und in all den glücklichen und verrückten Momenten baden, die ich im letzten Jahr erlebt hab. Ich liebe diese Menschen, die spontan für mich quer durch Deutschland fahren, um bei mir zu sein, die eigentlich durch die Welt reisen sollten und plötzlich mitten in der Nacht vor meiner Tür stehen, weil sie eine Umarmung vermissen – die einfach immer da sind. Ganz egal, ob vor Ort am Telefon oder am anderen Ende der Welt. Ihnen gehört mein ganzes Herz, weil’s einfach passt. Und wenn ich an meine Ladies denke, könnte ich nicht stolzer sein. Diese unglaublich tollen, intelligenten und schönen Frauen sind das Beste, was mir jemals passieren konnte – auch wenn ich wahrscheinlich nie wieder für sie tindern darf. Sie sagen solche Dinge wie: „Mach’s. Du hast uns. Wenn’s schief geht, sind wir da und kehren die Scherben auf.“ Muss ich mehr dazu sagen? Jede von ihnen hat eine Krone verdient.

We’ve got to laugh the pain away

„We don’t know what the next man’s going through, wish I could say it in a plainer way / I said we don’t know, life reminds me of Robin Williams; we’ve got to laugh the pain away“
Ich liebe diese Zeilen. Jedes Wort mehr wäre zu viel.

Die Sache mit dem Vermissen

Nach all den Jahren fehlt er immer noch, mein Kämpfer. Großes Vorbild, besonders im letzten Jahr.

Wachstumsschmerz

Das Album „Blauwalherz“ hat mich in diesem Jahr oft begleitet, besonders nach diesem ganz speziellen Sommer. Und wenn ich oft sage, meine ich wirklich oft. Das behauptet zumindest die Statistik. „Das Beste kommt noch“ ist für mich einer der tollsten Songs des Jahres. Es ist alles gut und richtig so, wie es ist, aber ab und zu darf es eben auch mal wehtun, das Herz. Wachstumsschmerz eben.

Glück

Das Glück und ich waren im letzten Jahr ziemlich oft Homies. Vielleicht ist das Geheimnis einfach, es nicht mit allem Mitteln festhalten zu wollen, sondern es zu genießen, wenn dieses Gefühl da ist? Man kann es nicht ununterbrochen haben, aber manchmal hilft schon das Vertrauen, dass das Glück seit dem letzten Besuch wahrscheinlich nicht vom Laster überrollt wurde. Für mich hat es nichts mit Geld zu tun, auch nicht mit Kleeblättern oder Schornsteinfegern. Es sind für mich die kleinen Augenblicke, in denen ich so viel Liebe empfinde, dass es fast weh tut.  Von denen hatte ich im letzten Jahr einige – und zwar mit Menschen, mit denen ich die Liebe, das Leben, die Freiheit und die Erfüllung kleiner und großer Träume gefeiert habe. Meistens kommt das Glück dann, wenn die Realität Pause hat. Funktioniert zumindest bei mir.

Mit anderen Augen

Ich habe schon immer viel nachgedacht. Für mich alleine, zu Hause. Seit letztem Jahr hinterfrage ich Dinge offen, rede, diskutiere und lerne. Ich weiß nicht genau, wann dieser Prozess eingesetzt hat, aber es gefällt mir. Die Welt ist besser mit Gesprächen, die über den Kühlschrankinhalt hinausgehen.

Musik

Ich hab keine Ahnung warum, aber ich habe dieses Jahr fast nur Geld für deutsche und australische Künstler ausgegeben – wie zum Beispiel den wunderbar vielseitigen Chet Faker, der irgendwie auch Sonia Dada covern kann, ohne dass es bescheuert klingt. Ja, ich habe ein Spotify-Abo und kaufe trotzdem noch Musik. Verrückte Welt. Übrigens hatte ich ein sehr schwaches Musikjahr. Viele Alben, auf die ich warte, kommen nämlich erst in diesem Jahr raus; andere lang ersehnte Alben des Jahres waren ein Reinfall. Aber hey, neues Jahr, neue Musik.

Sommer

Dieser Track war in diesem Sommer ziemlich oft die Hintergrundmusik in schönen Stunden. Zu Hause, am Mainufer, bei Ausflügen. Einfach nur so. Muss ja nicht alles eine tiefere Bedeutung haben. Vielleicht aber auch doch.

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  • Guten Morgen,

    ich habe dir bei Twitter ja schon geschrieben, dass ich deinen Rückblick ganz großartig finde. Es ist toll auch mal von jemandem zu lesen, der das Jahr so angenommen hat, wie es gekommen ist, mit allen Höhen und Tiefen. Es ist an uns das Beste daraus zu machen und nicht zu warten bis uns das Glück in den Schoß fällt.
    Deine Musik ist leider nicht so ganz meins (Olsen gefällt mir allerdings trotzdem ganz gut :D), ich kann aber sehr gut nachvollziehen, dass es Songs gibt, die dich an bestimmte Emotionen oder Momente erinnern. Mich hast du vor allem daran erinnert, dass Musik, der ich früher so viel Bedeutung beigemessen habe und die mir ein treuer Begleiter in so vielen Lebenssituationen war, mittlerweile einen viel zu kleinen Raum in meinem Leben hat. Mein Vorsatz für 2016: unbedingt wieder mehr Musik in mein Leben lassen 🙂

    einen wunderschönen und entspannten Sonntag wünscht dir
    Nanni