Unverbindlich

Alles ganz unverbindlich. Natürlich. Wir spielen auf Zeit, haben diesen einen Sommer, um ein ganzes Leben zu imitieren. Lass uns anders als die andern sein, keine Schlösser an Brücken hängen, nichts versprechen – und trotzdem Magnete sein. Lass uns den Augenblick genießen. Wollen wir die Welt erobern? Kommst du unter meine Decke?

Aber komm mir bitte nicht zu nah. Sei nicht so nett. Sag mir nicht, dass du mich magst. Du und ich, wir brauchen Distanz.

Mit Worten spielen kann ich, nur nicht bei dir.

Deine Augen können sich nicht entscheiden, ob sie nun grün oder blau leuchten wollen. Egal, ich hab nie Schöneres gesehen.

Das wird mir zu viel.

Du sitzt neben mir und zeichnest. Ab und zu schaust du mich an, lächelst. Du siehst verdammt glücklich aus. Geht’s dir gut? Jeder Strich auf dem Papier tut mir weh, hinterlässt Spuren auf meinem Herzen. Deine Skizzen klagen mich an, zeigen mir dein wahres Ich. So klug, so zart, so schön. Du hast deine Rolle gut gespielt. Immer mit Board, immer zu laut, immer zu wild, immer ’n bisschen drüber. Und nun sitzt du hier. Und während du dich fallen lässt, umklammert mich die Angst. Sie nimmt mir alles. Die Luft zum Atmen und noch wichtiger – dich.

Die Tage brennen, die Nächte sind stickig. Und doch lässt sich die Zeit nicht täuschen. Sie läuft uns davon, wir müssen uns beeilen. Du willst sie einfangen, rennst ihr hinterher, ich renne weg. Du fragst mich, ob du bleiben sollst, ich sage nichts. Das Herz schreit: Ja, ja, ja, entscheide dich für dieses Land, entscheide dich für mich! Der Kopf meint: Ich kann das nicht.

Das Schweigen raubt dir den Schlaf und meines spricht Bände. Geht’s dir gut? Dein Lachen fehlt, die Geschichten auf deiner Haut, I’ve missed my flight – again –my mind is a mess – leave all that shit behind – pretty confident, miss. High-Fives sind romantisch, wollen wir streiten oder knutschen? Knutschen. Immer knutschen. Ich sehe Anker, Häfen, Meere und denke an dich. Let’s refuse to sink – ich hoffe, dir geht’s gut ohne mich.

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