Wie aus Nikolas der Weihnachtsmann wurde


Advent. Das bedeutet gebrannte Mandeln, selbst gebackene Kekse, Tannenduft in den Häusern und leuchtende Kinderaugen. Gekrönt wird die Weihnachtszeit schließlich vom Besuch des Weihnachtsmanns. Natürlich hat ihn noch niemand gesehen, was allerdings nicht bedeutet, dass es ihn nicht gibt. Er zeigt sich nur einfach nicht jedem.

Und welch abenteuerliche Geschichten wir nicht schon über den Weihnachtsmann gehört haben …  Manche Menschen gehen sogar so weit, zu behaupten, er sei nur eine Erfindung, um die Wirtschaft anzukurbeln. So ganz stimmt das nicht. Zum Glück gibt es Matt Haig. Der hat nämlich nun die “absolut wahre Geschichte” des Weihnachtsmanns aufgeschrieben.

Von Nikolas im finnischen Nirgendwo

Dass die Kinder jedes Jahr reich von ihm beschenkt werden, ist gar nicht selbstverständlich. Das Leben hat es nämlich nicht immer gut mit dem Mann gemeint, der überall auf der Welt einen eigenen Namen hat. Bevor er bei den Wichteln ankam und sich dazu entschloss, Liebe auf der Welt zu bringen, hieß der Weihnachtsmann Nikolas und lebte mit seinem Vater Joel im finnischen Nirgendwo in Armut.

Eines Tages beschließt Joel, dem König den Beweis für die Existenz von Wichteln zu erbringen und überlässt Nikolas der Obhut seiner Schwester Carlotta. Ein tragischer Entschluss, denn die biestige und herzlose Frau hat keine Liebe für den Jungen übrig. Doch Nikolas hat sich immer einen Funken Hoffnung und die Liebe im Herzen bewahrt. Und so beschließt er, sich mit seinem einzigen Freund, Mäuserich Miika, auf die Suche nach seinem Vater und den Wichteln zu machen. Damit beginnt für den Jungen ein großes Abenteuer, das die ganze Welt verändert …


„Unmöglich“ – Altes Wichtel-Fluchwort
– Aus: „Ein Junge namens Weihnacht“

Klassische Märchenmotive

Matt Haig hat mit “Ein Junge namens Weihnacht” ein ganz bezauberndes Buch für Kinder geschrieben. Es ist ab zehn Jahren geeignet, doch das eine oder andere Mal musste selbst ich mit den Tränen kämpfen. Die Geschichte hat durchaus dunkle Seiten, den sie folgt zwischendurch immer wieder klassischen Märchenmotiven. Natürlich kommt der Spaß trotzdem nicht zu kurz. Und so ist es ein Leichtes, sich von Haig entführen zu lassen. Ohnehin ist die Weihnachtsgeschichte nicht nur für Kinder geeignet. Haig schafft eine kleine Oase der Ruhe in der stressigen Weihnachtszeit, indem er beim Lesen das innere Kind weckt.

Die Illustrationen von Chris Mould machen einen großen Teil des Charmes der Geschichte aus. Haig und Mould sind ein Dreamteam. Durch die Illustrationen verliert die Weihnachtsgeschichte nichts von ihrem Charme, rutscht aber auch gleichzeitig niemals in einen kitschigen Bereich ab. Wer auch fernab klassischer Literatur gerne Weihnachtsgeschichten liest, hat mit “Ein Junge namens Weihnacht” sicherlich viel Freude.

Matt Haig: „Ein Junge namens Weihnacht„, dtv, 18,00 Euro

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