Raus aus der Komfortzone – aber bitte nicht zu weit!

In diesem Artikel habe ich dir erzählt, wie ich Stück für Stück meine Komfortzone erweiterte, in dem ich noch einmal (fast) neu als Bloggerin startete – zumindest gefühlt. Es kann durchaus sein, dass er dir nur ein müdes Lächeln entlockt hat. Möglicherweise bloggst du nicht und kannst deshalb meine Gedanken nicht nachvollziehen. Oder du bist in dieser Hinsicht einfach viel mutiger als ich. Dafür bin ich vielleicht in anderen Bereichen des Lebens risikofreudiger oder abenteuerlustiger – oder einfach anders. Wie du siehst, ist die Komfortzone sehr individuell, auch in ihrer Größe. Uns alle verbindet jedoch eine Tatsache: Wir alle haben sie und wir alle fühlen uns darin ziemlich gut. Deshalb sind wir hier auch besonders selbstbewusst.

Unsere Komfortzone ist sozusagen unsere Flauschzone um uns herum. Sie ist vor allem mit Bequemlichkeit verbunden, denn das Leben in ihr ist nicht sonderlich anstrengend. Alles ist dort leicht zu erreichen. Eigentlich klingt das super, oder? Es gibt allerdings einen Haken. Neue Reize und Einflüsse bleiben dort aus. Verlässt du sie nicht hin und wieder, verkümmerst also genau dort, wo du dich eigentlich wohl fühlst.

Nach der Komfortzone wird’s erst spannend …

Um deine Komfortzone herum befindet sich eine weitere Zone, die Wachstumszone. Sobald du sie betrittst, brauchst du Mut und Überwindung. Die Wachstumszone ist unbekanntes Terrain. Ist das nicht aufregend? Du kannst neue Dinge ausprobieren, sammelst Erfahrungen und wirst dafür belohnt. In dieser Zone lernst du und kannst dich weiterentwickeln. Mit jedem Ausflug in die Wachstumszone vergrößerst du deine Komfortzone. Du wirst zum Eroberer. Und genau dieses Gefühl steigert wiederum dein Selbstbewusstsein. Und je selbstbewusster du bist, desto leichter fällt es dir wiederum, deine Komfortzone zu vergrößern. Manchmal reicht also schon ein kleines Quäntchen Mut, um etwas Großartiges in Gang zu setzen. Endlich mal ein Kreislauf, der Spaß macht!

Ein altes Sprichwort besagt: „Nur wer nichts macht, macht keine Fehler“ – vergiss das nicht, wenn du dich überwindest, neue Dinge ausprobierst und deinen Horizont erweiterst. Fehler sind okay, schließlich sind wir alle ganz normale Menschen. Und auch keine Rückschläge sind ganz normal und gehören zum Leben dazu. Wie langweilig wären plötzlich die Partys dieser Welt, würden wir keine Fehler machen, über die wir irgendwann gemeinsam lachen. Du lernst daraus. Und irgendwann wirst du ganz erstaunt feststellen, das du plötzlich etwas mit Leichtigkeit tust, was dich zuvor noch Überwindung gekostet hat. Manchmal lässt sich das Leben schlecht steuern, aber im Idealfall fühlst du dich wohl, wenn du deine Komfortzone verlässt. Fühlst du dich gerade wie ein Häufchen Elend, brauchst du Flausch statt Abenteuer – außer natürlich du fühlst dich schlecht, weil du in deiner Komfortzone festklebst. Dann solltest du dir ganz genau überlegen, was du eigentlich vom Leben willst und danach handeln.

komfortzone, jason blackeye

Lerne deine (momentanen) Grenzen kennen

Aber das war es immer noch nicht, denn es gibt noch eine weitere Zone, die nach außen an die Wachstumszone angrenzt. Sie trägt den Namen Panikzone, den sie sich redlich verdient. Während du die Herausforderungen der Wachstumszone meistern kannst, solange du deinen Mut zusammennimmst und hin und wieder vielleicht auch einfach deine Bequemlichkeit überwindest, beginnt in der Panikzone die Ödnis. Es lohnt sich nicht, sie zu besuchen. Hier findest du nichts als negativen Stress – und wer sucht den schon?  Die Panikzone ist mit großer Unsicherheit verbunden. Statt Spannung und Aufregung erlebst du in ihr die pure Angst bei ungewohnten Aufgaben. Ziemlich wahrscheinlich kehrst du nach einem Ausflug hierhin bildlich gesprochen mit jeder Menge Schrammen und blauer Flecken zurück in deine Komfortzone. Und wenn es richtig dumm läuft, hat dein Selbstbewusstsein danach so einen Knacks, dass auch deine Komfortzone in sich zusammenschrumpft. Woher du weißt, wann deine Panikzone beginnt? Das ist ganz einfach, nimm dein Bauchgefühl, aber auch deinen gesunden Menschenverstand als Ratgeber wahr. Wenn du im Vorfeld bereits weißt, dass eine Herausforderung just in dem Moment eine Nummer zu groß für dich und unlösbar erscheint, lass es einfach. Du versuchst schließlich (hoffentlich!) auch nicht den Ärmelkanal zu durchschwimmen, obwohl du Nichtschwimmer bist.

Und was bringt dir das alles?

Aber ist das Verlassen der Komfortzone überhaupt mit Spaß verbunden? Meine Antwort lautet eindeutig: ja! Zu Beginn brauchst du vielleicht etwas mehr Überwindung oder musst vorher erst mal deinen inneren Schweinehund ruhigstellen, aber es wird leichter. Und es macht Spaß, richtig viel Spaß sogar. Irgendwann wirst du dieses kribbelige Gefühl der Aufregung lieben. Gleichzeitig wirst du es bewusster im Alltag suchen, denn neue Erfahrungen und Fähigkeiten werden dein Selbstbewusstsein wachsen lassen – und dich auch anders mit Fehlern und Rückschlägen umgehen lassen. In all diesen Prozessen lernst du nämlich, dass sie zum Leben dazugehören.

Was tatsächlich in deiner Wachstumszone liegt, kannst du am besten beurteilen. Heute traust du dich vielleicht zum ersten Mal alleine in ein Restaurant, während du in ein paar Monaten alleine in den Urlaub fährst. Wer weiß, schließlich wächst du innerlich, solange du deine Komfortzone Schritt für Schritt ausdehnst.

 

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  • Ich muss auch in manchen Lebensbereiches meine Liebgewonnene Kompfortzone verlassen. Der Artikel wird mir glaube ich dabei helfen. Vielen Dank dafür Lg Alex

    • Liebe Alex, vielen Dank! Ich freu mich, wenn ich dich ein bisschen motivieren kann. Ich kann auch gerne dein Cheerleader geben!
      LG Kat

  • Ich kann mich deinen Worten nur anschließen. Toller Beitrag den ich mir mal zu Herzen nehme. Leider verlasse ich meine zu selten.
    LG Frank

  • Also, ich habe es nicht leicht, was das betrifft, denn ich bin eine absolute Perfektionistin. Sollte ich Fehler bauen, der einfach nur dumm ist, dann war’s das mit meinen Nerven und ich schäme mich. Dasselbe war das noch, als ich mir in der Schule nicht getraut gabe, in Form von Mitarbeit und (Stunden)Wiederholungen mündlich beizutragen, weil meine Lehrer sonst wie eine Rakete in die Luft gehen, als wäre das das Ende der Welt… Ach ja 😀

    • Liebe Menna, das Schöne an Fehlern ist ja, das wir sie alle machen. Und sie zeigen, dass wir uns etwas trauen. Ist doch auch nicht schlecht. Und beim nächsten Mal wird es dann besser.
      LG Kat

  • Hallo,
    ein wirklich schöner, tiefgründiger Artikel! Und ja, man muss raus aus der Komfortzone. Und erst in der Wachstumszone ist es doch erst so richtig spannend … 😉
    Liebe Grüße, Lisa

    • Liebe Katharina,

      ein wunderschöner Blogpost <3! Du hast vollkommen recht, wir entwickeln und vor allem außerhalb der Komfortzone weiter … leider wollen viele Menschen genau diese gar nicht verlassen … wer weiß was dahinter liegt ;-). Ich bin auch dabei meine immer wieder zu verlassen, Risiko einzugehen, schöne Erlebnisse zu sammeln und an Herausforderungen zu wachsen.

      ich freue mich auf deine nächsten Blogposts!
      Verena

  • Liebe Katharina

    Wirklich sehr, sehr toller Blogpost! Ich mag deine Schreibweise sehr!
    Und dieses Thema ist eines der Wichtigsten überhaupt. <3

    Mach weiter so! Ich bin auch ständig dabei, meine Komfortzone zu erweitern. 🙂

    • Liebe Sam, vielen Dank für deinen tollen Kommentar. Magst du das Gefühl auch so sehr, wenn du schließlich etwas geschafft hast? Mich berauscht das Erfolgserlebnis geradezu und ich bin süchtig danach.
      LG Kat

  • Hi liebe Kat
    Ein toller Text mit super schönen Bildern. Ich glaube jedes Mal,wenn ich aus meiner Komfortzone herausgetreten bin, habe ich das nie bereut. Auch wenn es, wie du schreibst oft mit Panik oder dem inneren Schweinehund verbunden ist. Und man darf auf alle Fälle Fehler machen oder einmal nicht weiterkommen.
    Alles Liebe Lena

    • Liebe Lena,
      vielen Dank für deinen tollen Kommentar! Ich hoffe, er ist Motivation für alle, die sich das vielleicht nicht ganz zutrauen und mit sich hadern!
      LG Kat