Von der Zeit – oder – davon, alles auf einmal zu wollen

Puh, die erste Woche meiner Challenge ist nun also geschafft. Ich habe irgendwie versucht, meine Zeit sinnvoll zu nutzen, möglichst viel zu schaffen, bloß nichts aufzuschieben und dabei im besten Fall noch zu glänzen. Nun, was soll ich sagen? „Irgendwie“ trifft es am wahrscheinlich am besten. Ich versteh es nicht: Im Job bin ich super organisiert, aber privat die Chaoskönigin. Ich finde, das ist der richtige Moment, um einfach mal Organisationstalent Sarah von Pinkfisch zu grüßen.

Social Media oder „Wo ist nur die Zeit geblieben?“

Die sozialen Medien waren in den letzten Tagen wohl einer der größten Zeitfresser. Ich war gefühlte Jahrhunderte kein aktiver Teil mehr der Bloggerwelt. War ich in den letzten Monaten privat auf Facebook, Twitter, Instagram & Co unterwegs, habe ich vielleicht hier und da mal einen Post geteilt oder einen Kommentar getwittert. Diese Woche ging es zum ersten Mal wieder richtig rund. Ich habe unterschätzt, wie fordernd die sozialen Medien sein können. Viel wichtiger ist aber, wie viel Kraft sie mir gegeben haben. Jeder einzelne Kommentar hat mich beflügelt und mir gezeigt, wie sehr mir das Schreiben, der Austausch oder einfach hin und wieder die netten Worte gefehlt haben. Nach nicht mal einer Woche fühle ich mich mit offenen Armen empfangen und wieder bestens aufgehoben in der Bloggerwelt – dafür reserviere ich gerne Zeit!

Wo hat’s denn sonst noch so gehakt?

Diese Woche habe ich mich selbst intensiv beobachtet. Das hat zum einen dazu geführt, dass ich mir selbst viel Druck in der (nicht vorhandenen) Strukturierung meiner Woche gemacht habe, aber zum anderen konnte ich tatsächlich auch feststellen, wo es im Allgemeinen klemmt. Das sind leider mehr Punkte, als ich dachte.

  • Wo fange ich an?
    Das mag im ersten Moment vielleicht komisch klingen, aber ich schaffe es einfach nicht, privat eine vernünftige To-do-Liste aufzuschreiben. Entweder ist sie viel zu grob oder derart detailliert, dass es schon fast überraschen könnte, dass Dinge wie das Zähneputzen nicht draufstehen. Trotzdem ein kleiner Lichtblick – zumindest Dienstag habe ich eine halbwegs brauchbare To-do-Liste zu Stande bekommen.
  • Ich will alles sofort
    Meist schreibe ich auf eine To-do-Liste – wenn ich sie denn überhaupt schreibe – alles, was mir gerade einfällt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht Sinn und Zweck der Sache ist. Es hat nicht mehr viel gefehlt und ich hätte mich bereits in dieser Woche um die Weihnachtsdeko gekümmert. Wie zieht man da um Himmels willen die Grenze?
  • Analog oder digital?
    Ich glaube, ich mag Listen auf Papier lieber. Die kann ich wenigstens noch selbst durchstreichen. ABER: Wer schleppt die denn bitte den ganzen Tag mit sich rum? Anderseits bieten Apps die Qual der Wahl. Was für andere das Shoppen in der Mall ist, ist für mich der AppStore oder Google Play. Ich kauf einfach alles, um es schließlich doch nicht zu benutzen.
  • Brauche ich so eine Liste überhaupt?
    Ja, diese Frage habe ich mir tatsächlich gestellt. Das Schöne am Älterwerden ist allerdings, dass man sich besser kennenlernt. Es gibt Momente, in denen ich weiß, dass es Zeit wird, einen Gang runter zu schalten oder etwas zu ändern – zum Beispiel, wenn ich auf der Couch einschlafe. Das passiert mir äußerst selten. Als ich Freitagabend um Acht allerdings der Meinung war, ich könne mein Sofa nie wieder verlassen, wurde mir bewusst, dass ich eine Liste brauche. Ich habe die Dinge nämlich einfach so erledigt, wie sie anfielen. Ganz egal, ob sie wichtig waren oder nicht. Ich bin mir sicher, es gibt klügere Strategien.

Und nun?

Ich habe diese Woche auf einem Minimum prokrastiniert, mehr als sonst geschafft und gefühlt nichts hinbekommen. Und ich stand durchweg unter Strom – auf diese Art und Weise, die einem ein kurzes Hochgefühl gönnt und anschließend umhaut. So hab ich mir das nicht vorgestellt. Morgen gönne ich mir einen Pinterestabend und werde einfach mal passend zum Thema Zeitmanagement und Organisation durch Infografiken und Tipps stöbern. Wäre doch gelacht, wenn ich nächsten Sonntag kein besseres Fazit ziehen könnte. Vielleicht habe ich ja dann auch bereits ein paar erprobte Tipps im Gepäck.

Zur Challenge und Herausforderung

Angeregt von diesem TED-Talk möchte ich mir nun jeden Monat eine persönliche Challenge vornehmen und wöchentlich über die Fortschritte berichten. Die Schwierigkeitsstufen variieren dabei von Monat zu Monat. Ihr seid dabei, wenn ich lerne, zweifle, Erfolge feiere und mich ausprobiere. Schreibt mir auch  gern eure Vorschläge für weitere Challenges in den Kommentaren.

Kommentar verfassen

  • Meeeega authentischer und toller Beitrag!!

    Ich mache es immer so, dass ich mir am Vorabend aufschreibe, was ich am nächsten Tag erreichen will. Und dann mache ich das auch und belohne mich am Schluss dafür. Manchmal sind es nur kleine Sachen, wie z.B. einem Hobby nachgehen (als Belohnen). Manchmal auch ein Kinobesuch oder sonstiges 😀 <3

    Auf meinem Blog http://www.samcadosch.com befasse ich mich mit solchen Themen 🙂

    • Vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Das mit dem Aufschreiben ist eine gute Idee. Ich habe auch bemerkt. dass es hilfreich ist, wenn man am Abend wirklich alle Dinge erledigt hat und der nächste Morgen entspannt beginnt.

      Deine Seite ist toll. ich finde dort viel Inspiration!

      Liebe Grüße
      Kat

  • Ein wirklich toller Beitrag!
    Ich schreibe mir auch meist am Vorabend auf, was ich erledigen möchte. Allerdings kommt es bei mir auch vor, das ich im Bett liege und mir fällt etwas ein, dass unbedingt gemacht werden muss. Also steh ich auf und schreibe es mit auf meine Liste, das geht schneller als mit Handy oder PC.
    Es ist schon verrückt wie man manchmal handelt, aber man wird älter und vergisst doch manches.
    Liebe Grüße
    Sigrid

  • Wow…Toller Beitrag.
    So habe ich es bisher noch nicht versucht, vielleicht sollte ich es mal so machen. Eine wirklich gute Idee, gefällt mir. Mal sehen, so bekomme ich dann auch mehr Struktur in den Tag.
    LG Frank

  • Die Idee der Challenge finde ich spannend! Da werde ich mich auf jeden Fall mal genauer damit befassen – Danke also für den Input 🙂
    Ich musste übrigens bei ganz vielen Punkten schmunzeln, da ich mich völlig darin erkenne;) Es geht also auch anderen so 😉

    xxx, Mia

    • Liebe Petzi, vielen Dank! Deine Worte bedeuten mir ganz besonders viel! <3 Ich hoffe sehr, dass wir uns im Juni in Köln sehen?
      LG Kat

  • Liebe Katharina,

    schön dass du wieder unter den Bloggern bist – ich mag deinen Blog jetzt schon <3! Ich finde mich in deinem Text sehr gut wieder … puuuhhhh … gar nicht so einfach alles unter einen Hut zu bekommen … man will alles …und die Zeit ist halt nur begrenzt vorhanden … auch wenn ich meinen Schlaf eh schon auf ein Minimum von 4h/täglich heruntergefahren habe ;-( …

    Ich wünsche dir einen schönen Abend!
    lg
    Verena

    • Oh Verena, ich ziehe den Hut vor dir. Eine begrenzte Zeit lang kann ich den Schlaf derart runterfahren, aber nicht auf Dauer. Jetzt weiß ich aber, wie du all deine tollen Projekte unter einen Hut bekommst. Respekt!
      LG Kat

  • Super toller Beitrag! 🙂
    Ich bin gespannt auf deine Challenge Berichte.
    Tolle Ideen die du hast 🙂
    Liebe Grüße,
    Fabian

    • Ha, irgendwann werd ich das vielleicht auch. Wer weiß. Und du hast recht, das Abhaken fühlt sich tatsächlich gut an.
      LG Kat

  • Ich probiere es auch immer wieder mit To-Do-Listen und halte sie dann doch nicht ein. Für meinen Blog führe ich inzwischen immerhin einen Redaktionsplan und den halte ich bisher sehr gut ein. So plane ich vor und füge hier und da Beiträge ein 🙂 Dazu nutze ich auch nichts „Verrücktes“, sondern einfach die „Notizen“-App von Apple, da sie sich überall synchronisiert. Sehr praktisch.
    Beste Grüße
    Jil von http://jilsblog.com

    • Im Job schreibe ich auch ständig Redaktionspläne. Privat gewöhne ich mich erst wieder daran. Übrigens stimme ich dir zu, einfache Tools tun auch oft bereits ihren Dienst.
      Liebe Grüße
      Kat

    • Hi Lisa, vielen Dank für das Kompliment. Bei dir finde ich gerade viele Anregungen, wie es optimal geht. Danke dafür.
      LG Kat