Zeitmanagement: Die Zeit ist eben doch nur relativ

Okay, nachdem ich letzte Woche nur mäßig mit meiner Organisation und meinem Zeitmanagement zufrieden war, sieht es diese Woche schon weitaus besser aus. Ich habe immer noch nicht das geschafft, was ich eigentlich alles schaffen wollte, aber vielleicht muss ich mich auch einfach mal ein wenig mit der Tatsache auseinandersetzen, dass meine Ansprüche die meiste Zeit einfach viel, viel zu hoch sind. Die Organisation klappt zwar mittlerweile bedeutend besser, aber der Tag hat eben immer doch nicht mehr als 24 Stunden. Schade eigentlich. Trotzdem habe ich letzte Woche etwas Entscheidendes geschafft: Ich habe Prioritäten gesetzt. Das bedeutete zum Beispiel auch, dass ich eben nicht 24/7 erreichbar war.

Zeitmanagement oder „Ich habe grad keine Zeit“

Leider muss ich gestehen, dass ich mich ziemlich schnell ablenken lasse. Wenn ich privat etwas erledige und mich Freunde nach einem Treffen fragen, vergesse ich mein Zeitmanagement und  lasse öfter mal alles stehen und liegen, um meine Liebsten zu sehen. In der letzten Woche hat sich das ein wenig geändert, da ich seit einigen Wochen nicht nur für den Blog, sondern auch für Weiterbildungen und Webinare einiges an Zeit einplane. Das fühlt sich alles sehr erwachsen an, aber gar nicht mal so schlecht. Ich mag das Gefühl, Dinge zu lernen. Somit ist diese Zeit irgendwie auch schon wieder Me-Time. Dass ich dafür auf die eine oder andere Verabredung verzichten musste, geht für mich absolut klar, solange dieser Zustand nicht zum Dauerzustand wird. Ich bin ziemlich froh, dass ich Freunde habe, die selbst ambitioniert sind oder genügend Hobbys haben. So wurde ich zwar gelegentlich mit einem Augenzwinkern daran erinnert, mich nicht zu übernehmen, stieß aber gleichzeitig durchweg auf Verständnis. Ich hab eben doch die für mich besten Freunde, die ich mir wünschen kann.

Übrigens bin ich auch in WhatsApp nicht mehr pausenlos erreichbar, was sich sehr komisch anfühlt. Bisher gehörte ich nämlich zu den Nutzern, die sofort antworten. Falls ihr mir also geschrieben habt und noch immer auf eine Antwort wartet, liegt es gerade an meinem Zeitmanagement. Ich verspreche euch, ich mag euch trotzdem – sonst wärt ihr nicht meine Freunde.

Kleine Rituale im Alltag

In dieser vollgepackten Woche fiel mir gleichzeitig auf, dass ich mittlerweile kleine Rituale im Alltag habe, die andere wahrscheinlich als zeitaufwendig bezeichnen würden – trotzdem möchte ich nicht auf sie verzichten. Ich backe zum Beispiel seit Monaten mein Vollkornbrot selbst. Das geht mir mittlerweile easy von der Hand und ist fester Bestandteil meines täglichen Lebens. Vielleicht ist es tatsächlich so, wie die Menschen sagen, und man muss die Dinge nun lang genug praktizieren, damit sie zur Gewohnheit werden. Also sollte das doch auch locker mit der Organisation und dem Zeitmanagement auf Dauer klappen.

Übrigens habe ich mich in dieser Woche doch für digitale Unterstützung entschieden. Obwohl ich bereits viele Tools wie zum Beispiel das Kanban Tool oder MammothHQ ausprobiert habe, war ich doch schließlich auch ziemlich neugierig auf Trello und habe es mir aufs Smartphone geladen. Nun ist die App gerade mein treuer Begleiter im Alltag. Ich war sehr überrascht, dass es plötzlich doch mit den organisierten To-do-Listen klappt. Zum Beispiel habe ich nun für jeden Raum in meiner Wohnung eine Liste, in die ich die regelmäßigen Aufgaben schreibe. Und statt immer wieder neue Tasks zu erstellen, entferne ich bei Bedarf einfach das Häkchen meiner To-do-Liste. Meine Herausforderung für die nächste Woche wird es nun sein, abends mit einem guten Gewissen ins Bett zu gehen und alle Dinge soweit wie möglich zu erledigen. Vorbei die Zeiten, in denen ich morgens noch schnell die Wäsche aufgehing.

Belohnungszeit

Klingt alles ganz schön trocken, hart und anstrengend, oder? War es aber gar nicht. Im Gegenteil. Die Woche war trotz des straffen Zeitmanagements voll mit schönen Momenten, netten Gesprächen und einigen Belohnungen. Ganz nach dem Motto „Shut up and take my money“ habe ich mir diese Woche Karten für Nick Murphy gegönnt. Ich will ihn bereits seit Jahren live sehen und freue mich jetzt schon riesig auf die Show in November. Ihr ahnt gar nicht, wie gut organisiert ich dann doch schließlich sein kann. Pünktlich zum Vorverkaufsbeginn saß ich nämlich mit all meinen erforderlichen Daten vor dem Rechner. Um euch das Ausmaß meiner Vorfreude zu verdeutlichen: Ich habe in den letzten Tagen davor bereits so viel von dieser Show gesprochen, dass meine Kollegen spontan nach der Kartenbestellung applaudierten und ich sogar ein High Five bekam. Ich bin mir auch ganz sicher, dass nur ein kleines bisschen Ironie im Spiel war.

Der E-Mail einer Kollegin verdanke ich auch meine zweite Belohnung. Sie schlug vor, gemeinsam ein bisschen aktiv zu werden. Also meldete sie uns diese Woche zum „Muddy Angel Run“ in Frankfurt an. Irgendwann im Sommer werde ich also mit meinen Kolleginnen fünf Kilometer laufen und dabei alle möglichen Hindernisse überwinden. Wie der Name bereits verrät: Es wird dreckig. Damit steht bereits meine nächste Challenge fest. Die lautet dann wohl „Das letzte Einhorn wird fit“! Die Veranstaltungen sind gleich zwei weitere tolle Erlebnisse in meinem Jahresplan. Ich habe mir nämlich vorgenommen, mir monatlich ein Highlight zu gönnen. Das muss auch nicht immer materiell sein, sondern einfach was fürs Herz. Falls ihr neugierig seid, wie dieser Plan so aussieht und warum ich das mache, schreibe ich gern einen eigenen Artikel darüber.

Nun muss ich aber weiter, die nächsten Punkte auf meiner Liste abhaken. Denn ab sofort ist die Freizeit ein fester Bestandteil meiner To-do-Liste – und die steht nun an.

Zur Challenge und Herausforderung

Angeregt von diesem TED-Talk möchte ich mir nun jeden Monat eine persönliche Challenge vornehmen und wöchentlich über die Fortschritte berichten. Die Schwierigkeitsstufen variieren dabei von Monat zu Monat. Ihr seid dabei, wenn ich lerne, zweifle, Erfolge feiere und mich ausprobiere. Schreibt mir auch  gern eure Vorschläge für weitere Challenges in den Kommentaren.

Hier und hier könnt ihr übrigens verfolgen, welche Herausforderung ich mir gestellt habe und wie ich mich weiter entwickelt habe.

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  • Hallo,
    ein schöner Beitrag. Ich bin eher der Chaos Typ, aber mit Hilfe von Listen fühle ich mich richtig entspannt und erfolgreich 😉 mein großes Problem ist der Haushalt. Deshalb gibt es eine Liste welche Dinge einmal pro Woche erledigt werden müssen, welche alle zwei Wochen und welche einmal im Monat. Für andere Alltag, aber ich brauche das einfach, um alles zu schaffen.
    Als Belohnung setze ich mir täglich dann eine Kaffeelänge zu lesen, wenn meine Tochter Mittagsschlaf macht. Das gibt neue Energie und erfreut mich 😀
    Ich bin schon sehr gespannt auf deine Challenges und wünsche dir viel Erfolg.

    Liebe Grüße
    Nanni

    • Liebe Nanni,
      mein Respekt vor euch Mamas und Papas ist riesig. Vielleicht sieht es für euch nicht immer danach aus, aber ihr organisiert nicht nur euer eigenes Leben, sondern das von mindestens einer weiteren Person, was eine riesige organisatorische Leistung ist.
      Und irgendwie ist es doch gut, dass wir uns alle irgendwie unterscheiden. Viele Dinge, die du mit Leichtigkeit meisterst, sind für andere vielleicht eine riesige Herausforderung!
      Liebe Grüße
      Kat

  • Witzig, ich bin heute Morgen aufgewacht und dachte: „Ich glaube, ich muss mich besser durchorganisieren und mir auch mal eine Auszeit gönnen dürfen.“ Ich habe in letzter Zeit das Gefühl immer und immer nur zu machen. Selbst wenn ich im Bett liege, habe ich noch meinen Laptop auf dem Schoß arbeite. Ich habe mir vorgenommen, auch mal Nichts machen zu dürfen. Mal sehen, wie chaotisch dann alles wird ^^“

    Liebe Grüße
    Jil von http://jilsblog.com

    • Ich habe festgestellt, dass das Arbeiten in gemütlicher Position oft richtig unproduktiv ist. Im Bett arbeite ich zum Beispiel gar nicht mehr. Es bringt einfach nicht viel. Hat man sich tatsächlich einfach mal ausgeruht, kann man hinter her gleich doppelt powern.
      Liebe Grüße
      Kat

  • Super Thema, ich versuche auch immer etwas besser organisiert zu sein, vor allem auch wegen meinem Blog, aber es klappt nur sehr selten. Macht aber nix, ich mag es auch nicht, wenn ich etwas machen muss. Es fühlt sich einfach besser an, wenn ich etwas mache, weil ich gerade Lust drauf habe…
    Klar setzt dann auch mein Belohnungszentrum danach ein 😀

    Viel Spaß bei allen Challenges die du dir vornimmst und du weißt ja, nicht zu viel vornehmen, sonst ist man am Ende nur enttäuscht. So funktioniert es zumindest bei mir ganz gut und bringt die größten Erfolge…

    Liebe Grüße, Stefanie

    • Die Dinge, die wir freiwillig machen, sind natürlich immer viel schöner. Sobald ich aber einen Haken an meine To-do-Liste machen kann, ist es meinem Kopf egal, ob ich es freiwillig getan hab oder tun musste.

      Die Challenges haben in den letzten Wochen leider nicht so geklappt, wie ich mir das vorgenommen habe. Enttäuscht bin ich aber dennoch nicht, ich habe viel gelernt.

      LG Kat

  • Liebe Katharina,

    super Blogpost <3 … ich habe mich bei dir wiedergefunden. Ich bin auch so jemand der viele Dinge gleichzeitig macht, schwer "Nein" sagen kann und sich immer wieder ablenken lässt. Der Tag hat mir immer zu wenig Stunden … und irgendwas bleibt immer auf der Strecke!

    Was Whats App betrifft antworte ich auch meistens sofort … und überhaupt bin ich über sämtliche Kanäle pausenlos erreichbar. Und "nebenbei" habe ich halt Vollzeitjob, Blog und 2 Kleinkinder … kann sich irgendwie nicht ausgehen ohne Prioritäten ;-). Ich versuche jetzt meine Social Media Aktivitäten und meinen Blog zeitlich zu bündeln und auch zu limitieren. Mal sehen wie meine persönliche Challenge klappt.

    Danke für deinen Blogpost – hat mich zum Nachdenken animiert!
    Liebe Grüße und tollen Start in die Woche!
    Verena

    • Liebe Verena,

      vielen Dank für deinen Kommentar und deinen Einblick in dein Leben. Social-Media-und Whats-App haben bei mir aktuell keine große Priorität, das ändert sich allerdings auch immer wieder. Wahrscheinlich hängt das auch damit zusammen, dass ich beruflich viel mit sozialen Medien zu tun habe.

      Ich drücke dir die Daumen, dass deine persönliche Challenge klappt.

      LG Kat

  • Nachdem ich ja leider auch eher der Typ Chaosqueen bin, verfolge ich das alles äußerst interessiert. Bin sehr gespannt, ob Du Trello beibehälst oder Dich doch noch für eine andere App entscheidest oder gar wieder auf analog umsteigst. Den TED-Talk habe ich mir auch gerade angeschaut und finde ihn wirklich sehr inspirierend – so oder so täte ich gut daran, mir ein Beispiel an Dir zu nehmen!

    Bin jetzt schon gespannt auf das nächste Fazit – und natürlich auch auf die nächsten Challenges!

    • Ich habe eine bunte Mischung aus allem: Trello, analog und manchmal eben „einfach machen oder lassen“. In den letzten Tagen hatten leider andere Dinge Priorität, aber ich konnte trotzdem viel lernen und für mich mitnehmen, wie man in meinem Fazit sieht.

      Hab einen feinen Sonntag
      LG Kat

  • Dein Beitrag erinnert mich daran wie ich früher einmal war, nämlich sehr chaotisch und auch sprunghaft. Am liebsten hätte ich alles auf einmal gemacht und dabei vieles angefangen und nicht zu Ende gebracht.
    Aber mit den Jahren habe ich gelernt mich zu organisieren und Prioritäten zu setzen. Jetzt bin ich relaxt und alles funktioniert ganz easy.
    Liebe Grüße
    Sigrid

    • Ich hab noch Hoffnung. Ich glaube Nauman sagte auch einst „I’m not good at finish work“ und trotzdem füllt er ganze Ausstellungen. Vielleicht muss man auch einfach den eigenen Drive finden. Das könnte ich mir zumindest vorstellen.

      LG Kat

  • Ich finde die Reihe, bzw. die Challenge klasse 🙂 Hab den Artikel von letzter Woche schon mit Freude gelesen und auch dieser gefällt mir super 🙂
    Das „Problem“ ablenken lassen kenne ich leider zu gut 😉

    Liebe Grüße,
    Mia

  • Liebe Katha,

    ich mag echt alles was du schreibst und inhaliere deine Worte richtig. Trello habe ich seit ewigen Zeiten geladen, aber einfach noch nicht den perfekten Plan gefunden. Deine Idee für alle Räume Karten anzulegen gefällt mir total und das werde ich nun mal probieren. Du motivierst mich zumindest gerade enorm und dafür danke ich dir sehr. <3

    Liebe Grüße
    Petzi

    • Liebe Petzi,
      das freut mich wirklich sehr. Ich habe festgestellt, das es gar nicht so sehr auf die richtigen Methoden ankommt, sondern man einfach den ganz eigenen Schwung finden muss. Die Challenge ist zwar nicht so gut gelaufen wie erhofft, aber ich konnte einiges für mich lernen. Das ist super.

      LG Kat

    • Ach, so richtig klappt das auch noch nicht bei mir, aber zumindest besser. Immerhin etwas. Ich glaube, das ist ein Prozess. Wir haben also noch Hoffnung.

      LG Kat

  • Ach ich bin auch so eine Kandidatin die sich viel zu leicht ablenken lässt! Dann gerate ich in Stress und erledige doch immer nur die Hälfte von allem! Das mit den Ritualen finde ich nicht schlecht-alles was man lange genug macht, geht leichter und fast wie von selbst und so kann man auch einige Dinge zu festen Zeiten schnell erledigen!
    Belohnungen sind wichtig-ich merke zB dass ich jetzt wo ich weiß, dass es bald in den Urlaub geht, viel produktiver bin und mehr erledigen kann! Und das alles nur weil ich weiß, dass bald eine Belohnung ansteht 😀

    Viele Grüße
    Denise von
    http://www.lovefashionandlife.at

    • Ich versuche, wichtige Dinge auch zu einem Ritual werden zu lassen und sie mit positiven Erlebnissen zu verbinden und Routinen für bestimmte Abläufe zu finden. Das klappt auch ziemlich gut.

      LG Kat