#daysofchange – Wie ein Herzensprojekt entsteht

Letzte Woche mussten wir bei meiner aktuellen Challenge ein Auge zudrücken, ich hatte es zwar geschafft, unter der Woche zweimal zu laufen, aber der Bonuslauf am Wochenende fiel aus. Ich war am Samstag lange unterwegs und brauchte den Sonntag zur Erholung. Kurz, Sonntag hieß es: Rien ne vas plus. Trotzdem war der Ehrgeiz geweckt und ich beschloss, meinen Bonuslauf auf den nächsten Tag zu verschieben. Ja, ich weiß, das geht eigentlich nicht, aber soll ich euch was sagen? Regeln werden überbewertet. Also nahm ich mir vor, diese Woche viermal vier Kilometer zu laufen. Und dabei entstand die Idee zu #daysofchange, einem Projekt, bei dem ich auf viel Resonanz hoffe. Aus Gründen.

Tipp: Nicht denken, sondern machen

Vorweg: Ich habe es geschafft und bin diese Woche 16,6 km gelaufen. Insgesamt macht das diesen Monat 33,2 km. Wenn ich an den einen oder anderen Tag denke, dann war ich zwischendurch ein wandelndes Mimimi. Ach, was hab ich nicht hin und her überlegt, warum ich keine Lust habe, wie viel Stress ich habe oder warum mein Schweinehund den Kampf gewinnen sollte. Natürlich bin ich losgelaufen. Als würde ich mir die Blöße geben, zu kneifen, pah! Ich sag euch, manchmal ist so ein Sturkopf gar nicht so schlecht. Trotzdem darf ich voller Stolz verkünden, ich habe das große Geheimnis der Motivation gefunden: Manchmal ist sie einfach nicht da. Und was macht man in diesem Moment? Man reißt sich zusammen und zieht einfach trotzdem durch. Nachdem ich also heute Morgen circa eine halbe Stunde überlegt habe, ob und wann ich laufe, habe ich mich aufgerafft. Natürlich habe ich mich hinterher wie erwartet fantastisch gefühlt, aber wen interessiert das schon, wenn man nach Ausreden sucht?

Das klingt jetzt alles ganz unmotiviert. Ich bin ein absoluter Beginner, laufe ohne irgendeine professionelle Ausrüstung und messe meine Pulsfrequenz daran, ob ich das Gefühl habe, die nächsten zehn Schritte zu überleben. Sprich, ich bin ein absoluter Laie, das Professionellste an mir ist meine Runtastic App auf meinem Huawei P9. (Ich kann euch lachen hören!) Trotzdem gibt es auch die Tage, an denen ich es gar nicht erwarten kann, in die Laufschuhe zu kommen. Wenn ich laufe, hat das nämlich etwas von Meditation. Okay, manchmal versuche ich vielleicht auch einfach nicht zu sterben, grundsätzlich ist es aber entspannend. Ich kann über Gott und die Welt nachdenken. Und genau in so einem Moment wuchs die Idee, das Laufen als zusätzliche Motivation mit etwas Gutem für andere, in meinem Fall Tiere, zu verbinden. Ich werde spenden!

Laufen für den guten Zweck

Im Oktober bestreite ich gemeinsam mit befreundeten Kollegen den Stadtlauf Frankfurt, auf den wir uns gerade vorbereiten. Ich bitte bereits jetzt schon mal um einen Tusch für Team „The Running Turtles“! Für meine ganz persönliche Challenge habe eine Verlängerung eingeplant und habe mir deshalb Ende Oktober als Enddatum gesetzt. Bis dahin zähle ich fleißig meine Kilometer, schreibe mir (schon aus Neugier) meine monatliche Distanz auf und errechne aus der Gesamtdistanz die Summe meiner Spende für den guten Zweck. Für jeden gelaufenen Kilometer spende ich einen Euro. Ende Oktober wird abgerechnet. Man muss vielleicht erwähnen, dass der Plan während des Laufens bombastisch klang – vielleicht auch, weil Kopfrechnen einfach nicht meine Stärke ist. Zu Hause habe ich den Spaß noch mal grob überschlagen. Wenn alles wie geplant läuft, also ich wie geplant laufe, werde ich im Oktober über 250 Euro spenden können. In dieser Rechnung steckt allerdings noch nicht die Leistungssteigerung mit drin. Ich werd ja hoffentlich nicht ewig vier Kilometer laufen. (Okay, vielleicht steckt momentan auch ein bisschen Bequemlichkeit mit drin.) Und ich gestehe, ich hatte einen kleinen „Hupps“-Moment im Kopf. Mit dieser Summe hatte ich nämlich nicht gerechnet. Trotzdem freue ich mich und hoffe, dass ich mindestens 250 Euro bis Oktober „zusammenlaufe“.

Eine Spende muss nicht teuer sein

Warum erzähle ich euch das Ganze? Ohne drumherum zu reden: Ich möchte euch mit ins Boot holen, euch animieren, euch einzusetzen, falls ihr es nicht ohnehin schon tut oder ihr einfach nach einer Gelegenheit gesucht habt. Spendet, engagiert euch, macht was! Spendet Geld. Geht in Kindergärten, Schulen oder das Altersheim und lest vor. Helft Geflüchteten, sich zu integrieren. Überlegt euch, was ihr für die Umwelt tun könnt. Selbst wenn ihr total abgebrannt seid und nicht spenden könnt oder wollt, könnt ihr Gutes tun, denn eine Spende muss nicht teuer sein. Und sprecht darüber. Ich weiß, es gilt als cool und edgy, bescheiden zu sein und sich nicht mit guten Taten zu schmücken. Aber gerade zwischen all dem ganzen Dreck, der uns im Netz um die Ohren fliegt, ist es doch ein Schönes Zeichen, guten Taten Raum zu geben. Und meist ist es doch so: Fangen erst ein paar Leute an, ziehen die anderen nach. Vielleicht funktioniert das in diesem Fall auch.

Das ist ein ziemlich großes Projekt, das da in meinem Kopf entstanden ist. Und es ist mir bereits jetzt an Herz gewachsen. Ich weiß, dass diese Aktion für alle Seiten mit Aufwand verbunden ist. Trotzdem hoffe ich aus tiefstem Herzen, dass ihr Lust bekommen habt, etwas zu tun, damit die Welt ein kleines bisschen besser wird und bereits überlegt, wie ihr euch engagieren könnt. Ich werde einige Wochen Vorbereitungszeit brauchen, um euch das Projekt gegen Ende des Sommers im Detail vorzustellen – und dann geht es auch schon los. Im Oktober möchte ich als Dankeschön für alle, die mir in irgendeiner Form ihr Engagement oder eine Spende nachweisen konnten – Nein, ich will eure Kontonummern nicht haben! – eine Tombola veranstalten und ein paar Gewinne verlosen. Es lohnt sich also Gutes zu tun! Ihr wollt nicht so lange warten? Super, das finde ich großartig, legt los! An alle die sich ohnehin bereits für den gutes Zweck einsetzen: danke, einfach nur danke!

In diesem Sinne: Macht was!
Kat

PS: Hier und hier könnt ihr nachverfolgen, wie die ursprüngliche Challenge „30 Days of Change – Das letzte Einhorn wird fit“ bisher so lief.

Was ist 30 Days of Change?

Angeregt von diesem TED-Talk möchte ich mir nun jeden Monat eine persönliche Challenge vornehmen und wöchentlich über die Fortschritte berichten. Die Schwierigkeitsstufen variieren dabei von Monat zu Monat. Ihr seid dabei, wenn ich lerne, zweifle, Erfolge feiere und mich ausprobiere. Schreibt mir auch  gern eure Vorschläge für weitere Challenges in den Kommentaren.

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  • Hallo Kat,

    hört sich echt toll. Ich merke auch immer, wie inspiriert ich bin, wenn ich ein neues Projekt angehe, und hoffe, dass du dein Ziel erreichen wirst. Seit ein paar Monaten spende ich einen kleinen Betrag an Laura Newman, weil ich diese Frau absolut bewundere und sie eines meiner größten Vorbilder ist. Sie inspiriert mich nahezu täglich aufs Neue und ist dort, wo ich mal sein will: Ich will meinen Scheiß machen können – den ganzen Tag. Denn das ist es, was mich glücklich macht 🙂

    Und das Laufen, ja, mittlerweile liebe ich es total. Seit mehr als einem Jahr bezeichne ich mich selbst als laufsüchtig – obwohl ich mich nicht regelmäßig aufraffen kann, weil mitunter auch die Zeit fehlt, was sehr schade ist. Aber bin ich dann mal ein paar Tage am Stück laufen gewesen, merke ich, wie gut es mir tut. Ein fantastisches Gefühl 🙂

    Wie du schon sagst, das schwierigste ist meistens, anzufangen. Dieser verfluchte kleine Moment, bevor man loslegt. Ich kann mich auch am leichtesten „motivieren“, wenn ich nicht darüber nachdenke. Wenn dann jemand im Wohnzimmer auf der Couch hockt und ewig fragt, was ich vorhabe – was wohl, wenn ich Laufklamotten anhabe – und ich darüber nachdenke, um es ihm zu sagen, geht die „Motivation“ schon ein bisschen flöten. Es tut einfach zu gut, gedankenlos zu sein, nicht darüber nachzudenken und den Körper mal machen zu lassen 🙂

    Ich wünsche dir auf jeden Fall weiterhin viel Erfolg!

    Ganz liebe Grüße

    Tinka

  • Hallo… ich finde es gut, dass du dich engagierst, um etwas für eine gute Sache zu tun. Leider motiviert mich so etwas gar nicht. Ich spende nur, ohne mich zu bewegen. 😀 Aber die Verknüpfung gefällt mir und ich werde mir etwas einfallen lassen! Vermutlich je abgenommene 100g = 1€. Da ich noch über 100 Kilo vor mir habe, die weg müssen, kommt da auf die Dauer auch was zusammen. Ich werde aber monatlich spenden.

  • Toller Bericht und tolle Challenge 🙂

    Ich hab mir genau das gestern gedacht, tausend Ausreden nicht rauszugehen und hab dann einfach gesagt komm wir gehen raus und danach wars ein tolles Gefühl als faul auf der Couch zu liegen. Der Schweinehund ist schon ein böser Hund 🙂

    LG Danie

  • Was für ein Projekt. Was für ein GUTES Projekt! Und was für ein motivierender Text. Ich habe es auch vor. Mehr zu laufen, mehr zu spenden. Weil es gut tut, beides. Danke für die Inspiration.

  • Klasse das du so fleißig am Laufen bist, und am Ende auch noch einen guten Zweck unterstützt. Dein Artikel hat mich nachdenklich gemacht, und ich werde mal sehen, wie ich bald mal helfen kann. Lg

  • Tolles Projekt! Sowohl du als auch andere profitieren von deinem Fortschritt. 😉 Ich warte mal noch auf weitere Details. Vll fällt mir bis dahin selbst etwas ein, wie ich bei deinem Projekt mitmachen kann. Laufen ist allerdings nichts für mich. 😉
    LG Melli

  • Wenn ich ehrlich bin, dann laufe ich auch gerne ein paar Runden mehr und beteilige mich an den Spenden! Das mache ich zu gerne bei uns jedes Jahr in der Umgebung beim Spendenlauf! 🙂
    Ich finde es immer wieder klasse für die eigene Gesundheit und für einen guten Zweck etwas zu leisten.

    Viele Grüße,
    Alex.

  • Wirklich ein schönes Projekt! Toll, was du da machst! Ich plane momentan wirklich, in Volksschulen vorzulesen. Mal sehen, wie es wird! 🙂 Viel Erfolg weiterhin, wir brauchen mehr Menschen, die Gutes tun!

    Liebe Grüße,
    Laurel

  • Liebe Kat,

    ich finde es super dass du das Laufen so durchziehst! Ich finde es vollkommen egal ob du einen Lauf verschiebst oder später nachholst … das ist doch egal. Du machst es und nur das zählt. Ich würde dir allerdings schon empfehlen eine Pulsuhr zu tragen – ich weiß aus eigener Erfahrung dass man einfach meistens gerade wenn man mit dem Laufen beginnt zu schnell läuft. Ich bin monatelang in der falschen Frequenz gelaufen und habe trotz 20-30km/Woche einfach gar nichts abgenommen – jetzt weiß ich dass es an der falschen Frequenz gelegen hat 🙁 …

    Viel Spaß wünsche ich dir mit deiner Challenge – super Sache!
    Liebe Grüße
    Verena

  • Ich gestehe ja für mich ist Laufen die persönliche Höchststrafe, mit Freeletics mach ich es mittlerweile je nach Workout aber dennoch. Trotzdem klingt das super spannend und ich wünsch die viel Ausdauer und vor allem ganz viel Spaß dabei, dich dieser Herausforderung zu stellen 🙂
    Liebste Grüße,
    Heidi von http://www.wilderminds.de

  • Liebe Kat,
    ich finde Dein Engagement und Dein Durchhaltevermögen großartig! Ich bin leider momentan echt abgebrannt und kann mir Spenden zur Zeit nicht erlauben. Dafür versuche ich im Alltag ein guter Mensch zu sein und helfe wo ich kann. Frei nach dem Motto: „Jeden Tag eine gute Tat!“ Auch das finde ich sehr wichtig 🙂
    Viele Grüße
    Jil von http://jilsblog.com